BEHANDLUNGSMETHODEN

Moderne Verfahren für präzise Therapie

Wir setzen auf wissenschaftlich fundierte Strahlentherapie und modernste Technik. So können wir die Strahlung millimetergenau dorthin lenken, wo sie wirkt – und gesundes Gewebe bestmöglich schonen.

UNSERE VERFAHREN

Präzision, die den Unterschied macht

Je nach Erkrankung und individueller Situation wählen wir die geeignete Methode oder kombinieren mehrere Verfahren, um die bestmögliche Wirkung bei höchster Sicherheit zu erzielen.

Stereotaktische Strahlentherapie (HyperArc™)

Im November 2020 haben wir das modernste Behandlungssystem zur hochpräzisen Bestrahlung sowohl bösartiger als auch gutartiger Hirntumoren eingeführt. Die Behandlungstechnik HyperArc™ der Firma Varian ermöglicht erstmalig die Therapie von 1 bis 15 Hirntumoren gleichzeitig in einer Sitzung, eine sehr kurze Bestrahlungszeit von ca. 10 bis 15 Minuten sowie höchste Präzision im Submillimeterbereich.

Die damit mögliche hypofraktionierte stereotaktische Radiotherapie bewirkt die Vernichtung von Krebszellen, ohne das umgebende gesunde Hirngewebe zu schädigen – also ohne die Risiken einer neurochirurgischen Operation. Im Gegensatz zu vielen anderen stereotaktischen Bestrahlungstechniken ist die Methode eine anerkannte Kassenleistung.

Stereotaktische Bestrahlung (SBRT)

Die stereotaktische Bestrahlung ermöglicht eine hochpräzise und millimetergenaue Behandlung von Tumoren im Gehirn oder in der Lunge. Die hohe Präzision erlaubt die weitgehende Schonung des umliegenden gesunden Gewebes. In Abhängigkeit von der Tumorgröße kann die Strahlung in einer einmaligen Sitzung appliziert oder auf 3 bis 7 Behandlungen erweitert werden. Diese Form der Strahlentherapie kann unter Umständen eine Operation teilweise ersetzen. Die Verträglichkeit ist sehr gut, bis auf leichte Nebenwirkungen sind in der Regel keine Begleiterscheinungen zu erwarten.

VMAT / RapidArc®

Mit dieser Bestrahlungstechnik können Tumoren in unmittelbarer Nähe von lebenswichtigen Organen sicherer und effektiver behandelt werden, ohne dass diese Organe durch hohe Strahlendosen geschädigt werden. Während sich das Bestrahlungsgerät in relativ kurzer Zeit um den Patienten dreht, passt sich das Strahlenfeld immer wieder dem Tumor an. So wird die Strahlendosis dem Zielvolumen angepasst und das benachbarte Gewebe optimal geschont. Die kurze Behandlungszeit kommt gerade Patienten zugute, die wegen großer Schmerzen nicht lange liegen können.

IMRT (Intensitätsmodulierte Strahlentherapie)

Die IMRT ist eine Weiterentwicklung der 3D-konformalen Bestrahlungstechnik. Bei dieser fortschrittlichen Technik können die Bleilamellen (MLC) auch während der Bestrahlung in den Strahlengang ein- und ausgefahren werden. Somit wird die Intensität der Strahlendosis innerhalb des Bestrahlungsfeldes moduliert und es können besonders hohe Bestrahlungsdosen angewendet werden. Die Technik hat besondere Vorteile bei der Bestrahlung von Prostatakrebs, da strahlenempfindliche Organe wie Darm und Harnblase stärker geschont werden. Effizient ist die IMRT auch bei Tumoren im Kopf-Hals-Bereich.

IGRT (Bildgeführte Strahlentherapie)

Bei der Image Guided Radiotherapy wird während der laufenden Bestrahlung eine 3D-Bildgebung (Cone Beam CT) erzeugt und damit die Präzision der Bestrahlungsfelder verifiziert. Das führt zu einer noch höheren Genauigkeit, deutlich geringeren Nebenwirkungen und einer besseren Wirkung. Insbesondere bei Prostatakarzinomen bietet das Verfahren große Vorteile: Vor der Bestrahlungsserie werden 3 Marker in die Prostata implantiert, die während der Behandlung automatisch erfasst und analysiert werden. Kleinste Abweichungen von 1 bis 3 mm werden sofort korrigiert.

Atemgesteuerte Strahlentherapie (Gating)

Eine erfolgreiche Strahlentherapie im Bereich der durch Atmung beweglichen Tumoren (Lungentumoren) setzt eine hohe Treffsicherheit voraus. Durch Erfassung der Bewegungsabläufe während der Atmung wird eine nahezu vollständige Erfassung dieser beweglichen Tumoren möglich. Bei Patientinnen mit linksseitigem Brustkrebs erlaubt die Bestrahlung bei maximaler Einatmung zudem eine herzschonende Radiotherapie. Sollte eine Patientin oder ein Patient während der Bestrahlung husten, wird die Behandlung automatisch unterbrochen und nach Erreichen der normalen Atembewegung fortgesetzt.

3D-konformale Strahlentherapie

Bei der konformalen Strahlentherapie erfolgt eine präzise Bestrahlung des Tumorgebietes bei bestmöglicher Schonung des umliegenden Gewebes. Dazu wird in Bestrahlungslagerung eine Computertomographie durchgeführt. Auf diesen Bildern zeichnet der Arzt das Bestrahlungsgebiet sowie alle zu schonenden Organe ein. Aufgrund dieser Vorgaben errechnet eine Planungssoftware die bestmögliche Anordnung der Bestrahlungsfelder und ermöglicht so eine effiziente und zugleich schonende Behandlung.

Oberflächengeführte Strahlentherapie (SGRT)

Optische 3D-Oberflächenüberwachung ohne Strahlenbelastung. Erhöht die Sicherheit und den Komfort während der Behandlung.

Brachytherapie im Afterloading-Verfahren

Beim Afterloading (Nachlade-Technik) wird ein Hohlschlauch in das zu bestrahlende Körperteil eingeführt und die radioaktive Quelle an den Bestrahlungsort vorgefahren. Nach der Bestrahlung wird die Quelle wieder in das Gerät zurückgefahren. Die Technik ermöglicht die Bestrahlung von Tumoren, z. B. gynäkologischer Tumoren wie Gebärmutter- und Gebärmutterhalskrebs, mit nur geringer Belastung des umliegenden Gewebes. Dadurch können hohe Dosen bei geringen Nebenwirkungen appliziert werden.